Denkmaltags-Thema der Kreisheimatpflege Kronach: „Fränkisch-thüringische Nachbarschaft“

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Drei Veranstaltungen standen auf dem Programm des Landkreises Kronach am Tag des offenen Denkmals. Die Kreisheimatpflege, die gemeinsam mit örtlichen Ausrichtern verantwortlich zeichnete, widmete den Tag der „fränkisch-thüringischen Nachbarschaft“. „Fränkische und thüringische Elemente – und Grenzen, die trennen und verbinden“ lautete auch ein Jahresthema der Kreisheimatpflege Kronach, dem bereits ein Schwerpunkt im heimatkundlichen Jahrbuch gewidmet worden war. „Wir wollen die fränkischen und die thüringischen Einflüsse, die in unserer Heimatregion aufeinander treffen, zusammen als besonderen kulturellen Reichtum wahrnehmen und vermitteln“, erklärte Bernd Graf, der als Kreisheimatpflege-Sachgebietsleiter im Kronacher Landratsamt die Federführung für das Tagesprogramm innehatte. Dabei könne man wieder einmal ins Bewusstsein rufen, dass der Landkreis Kronach nördlich des Rennsteigs thüringisch geprägt sei, während große Teile der „freistaatlich-thüringischen“ Nachbarschaft zur „Kulturregion Franken“ gehörten.
Neben zwei kulturgeschichtlichen Touren bildete die 50-Jahr-Feier der Thüringer Warte bei Lauenstein den Schwerpunkt des lokalen Denkmaltags-Programms. Landrat Oswald Marr bezeichnete den 1963 eingeweihten Aussichtsturm als ein „Denkmal der Herzen“ und regte an, daraus ein „Denkmal nach dem Gesetz“ zu machen und die Stätte in die amtliche Denkmalliste einzutragen. Marr wörtlich: „Wir verstehen das Wort Denkmal auch als Aufforderung: Denk mal darüber nach, wie sich dieses oder jenes entwickelt hat beziehungsweise was dieses oder jenes zu bedeuten hat!“ Gerade die Thüringer Warte sei eine geschichtlich überaus bedeutsame Stätte. Sie lege Zeugnis davon ab, wie sich die deutsche Nachkriegsgeschichte auf unsere Heimatregion und auf die hier lebenden Menschen ausgewirkt habe. Sie sei von einem Symbol des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands zu einem Symbol des Friedens und der Einheit in Freiheit geworden. Und sie sei auch eine 26,5 Meter hohe Aufforderung zum Nachdenken und zum Lernen aus der Geschichte, betonte der Kronacher Landrat.
Auf das von der Kreisheimatpflege ausgewählte Tagesthema eingehend, sagte Oswald Marr: „Das vielfältig ausgeprägte fränkisch-thüringische Neben- und Miteinander sollte noch viel mehr als bereichernde, belebende und befruchtende Realität erfahren werden – und auch als Basis, auf der wir noch intensiver als bisher Probleme unserer Heimatregion in grenzüberschreitender Gemeinsamkeit und mit Zuversicht angehen sollten.“ Regierungspräsident Wilhelm Wenning brachte die Thüringer Warte mit dem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gewählten Tagesthema „Unbequeme Denkmale“ in Verbindung und bekannte sich zur Erhaltung solcher „Mahnmale der Geschichte“.
Auf dem Denkmaltags-Programm der Kreisheimatpflege Kronach standen außerdem eine „geschichtliche Wanderung über Berg und Tal“ im Bereich Nordhalben sowie eine „Tour für Wanderer und Nordic Walker“, die bei den Mitwitzer und Rotheuler Wustungen startete und im Grenzgebiet entlang des Grünen Bandes als „DreifaltigkeitsWALKfahrt“ zur Dreifaltigkeitskirche in Neuhaus-Schierschnitz führte.

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Auf der Aussichtsplattform der Thüringer Warte: Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig erläutert den Ehrengästen der 50-Jahr-Feier am Denkmaltag, was ihr Blick ins benachbarte Thüringen erfasst. Foto: Simone Büttner

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Auftakt der Denkmaltags-Tour für Wanderer und Nordic Walker: Kreisheimatpflege-Sachgebietsleiter Bernd Graf verdeutlicht an einem Centstein (Gerichtsgrenzstein) von 1629 bei Mostholz, dass hier auch vor der Zeit von DDR und BRD Grenzen verliefen – wenn auch ohne die Unmenschlichkeit von Stacheldraht und Minen. Foto: Karl-Heinz Hofmann

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