„Masterplan Prävention Bayern“ in Mitwitz vorgestellt

15. Mai 2026: Vergangene Woche trafen sich Fachleute aus Gesundheit, Pflege, Sozialwesen, Bildung, Erziehung und Jugendarbeit zur regionalen Präventionskonferenz im Wasserschloss Mitwitz. Anlass war die Vorstellung des neuen Masterplans Prävention Bayern, der als Kompass für die Präventionsarbeit im Freistaat dienen soll.

Im Oktober 2025 stellte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach den Masterplan Prävention vor. Dieser verfolgt das Ziel, gemeinsam mit den Akteuren in Bayern Gesundheitsförderung und Prävention auf ein neues Niveau zu heben: weg von der Reparaturmedizin, hin zu einer ausgeprägten Präventionskultur und Gesundheitsorientierung. Ein gesunder Lebensstil kann chronische Erkrankungen verhindern oder ihren Verlauf positiv beeinflussen – zum Gewinn an Lebensqualität und zur Reduktion volkswirtschaftlicher Kosten. Die zentralen Ziele des Masterplans und seine mehr als 250 Maßnahmen richten sich sowohl auf die Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen als auch auf die Unterstützung individuellen Gesundheitsverhaltens.

„Durch eine konsequente Prävention stärken wir nicht nur die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern wir leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft unserer Gesellschaft. Deshalb freue ich mich ganz besonders über die rege Teilnahme an dieser regionalen Präventionskonferenz“, betont Landrat Klaus Löffler.

Die regionale Präventionskonferenz des Landkreises Kronach wurde durch die Gesundheitsregionplus in enger Kooperation mit der Präventionsstelle und dem Gesundheitsamt Kronach organisiert. Auf deren Einladung kamen lokale Expertinnen und Experten aus Gesundheit und Pflege, Beratung und Wohlfahrt, Bildung und Kinderbetreuung, Jugendarbeit sowie aus Behörden und dem Bereich der Versorgung im Wasserschloss Mitwitz zusammen.

Zu Beginn stellte Andrea Hahn, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus, den Masterplan Prävention vor. Ausgehend von dessen gesundheitlichen Zielen tauschten sich die Teilnehmenden anschließend in interdisziplinär besetzten Workshops über Bedarfe und Handlungsansätze in den Bereichen gesunder Lebensstil, psychische Gesundheit, Sucht und Gesundheit im hohen Alter aus. Es entstanden eine umfangreiche Bedarfssammlung und ein Pool an Projektideen für präventive Angebote im Landkreis Kronach. So wurden beispielsweise von Jugendlichen organisierte Mehrgenerationentreffen und das Konzept von „Seniorenpatenschaften“ vorgeschlagen, um Einsamkeit und damit verbundenen Folgeerkrankungen in älteren Jahren vorzubeugen und den generationenübergreifenden Austausch zu fördern.

Der dynamische Austausch machte deutlich, wie hoch die Bedeutung von Prävention eingeschätzt wird und wie vielfältig die vorhandenen Angebote bereits sind. Zugleich zeigten sich zahlreiche strukturelle Hürden – etwa strikte Altersgrenzen bei Beratungsangeboten oder fehlende personelle Kapazitäten –, die die Präventionsarbeit deutlich erschweren. Die Gelegenheit zum interdisziplinären Netzwerken wurde intensiv genutzt. Die Teilnehmenden nahmen wichtige Impulse für ihre Tätigkeitsfelder mit und wurden eingeladen, die Umsetzung des Masterplans aktiv zu unterstützen.

Am Gesundheitsamt Kronach laufen diesbezüglich bereits weitere Planungen: Derzeit wird ein kostenfreies Outdoor-Bewegungsprogramm für den Sommer organisiert, um mehr Menschen zur Bewegung zu motivieren und ihnen bestehende Angebote und Anbieter näherzubringen. Auch der landesweite Präventionstag im Oktober soll im Landkreis Kronach aufgegriffen werden.