Erlaubnisverfahren für Kleinkläranlagen/Sickergruben

Abwasserentsorgung ländlicher Gebiete

Kleinkläranlagen

Im Gebiet des Landkreises Kronach sind leider nicht alle Anwesen an einer zentralen Abwasserbehandlungsanlage (kommunalen Kläranlage) angeschlossen. Insbesondere abgelegene Einzelanwesen sind nicht abwassertechnisch angeschlossen. Für solche Anwesen besteht nur die Möglichkeit, sich über hauseigene Kleinkläranlagen (Einleitungsmenge < 8m³/Tag) des anfallenden Hausabwassers oder ähnlichem Schmutzwasser zu entledigen. Das behandelte Abwasser wird entweder einem Vorfluter (oberirdisches Gewässer) zugeführt, oder, wo nicht möglich, in das Grundwasser eingeleitet. Diese Tatbestände bedürfen einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Zur Vereinfachung dieser Verfahren wurde im Bayerischen Wasserrecht der Art. 70 eingeführt. Entsprechend dieser Vorschrift wird die Zuständigkeit für die Begutachtung dieser Kleinkläranlagen auf die privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft (PSW) übertragen.
Damit der vorgenannte PSW überhaupt tätig werden kann, war es erforderlich, den gesamten Landkreis zu klassifizieren. Das Landkreisgebiet wurde in vier Kategorien eingeteilt:

 I Gebiete, in denen das Abwasser bereits zentral entsorgt wird oder vor der Nutzung der Bebauung zentral entsorgt werden wird (auch gemeindliche Ortskanäle)
 II Gebiete, in denen das Abwasser kurzfristig (ca. 7 Jahre) zentral entsorgt werden wird und übergangsweise eine Einleitung des gereinigten Abwassers entweder in den Untergrund oder in ein oberirdisches Gewässer in Betracht kommt (”kurzfristige Übergangslösung”)
 III Gebiete, in denen damit zu rechnen ist, dass die Gemeinde längerfristig (mehr als 7 Jahre) die notwendigen Voraussetzungen für eine zentrale Entsorgung nicht schaffen wird und eine Einleitung von mechanisch-biologisch gereinigtem Abwasser entweder in den Untergrund oder in ein oberirdisches Gewässer in Betracht kommt (”längerfristige Lösung”).
 IV Alle sonstigen Gebiete, bei denen eine Beurteilung im Einzelfall erforderlich ist.


In den Gebieten II und III ist die Begutachtung von einem PSW vornehmen zu lassen.

Im Gebiet IV ist eine fachliche Begutachtung durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach erforderlich.


Anhand des nachfolgenden Links kann die Bekanntmachung des Klassifizierungstextes abgerufen werden. 

Klassifizierung des Landkreises Kronach


Mit nachfolgenden Links können die einzelnen Klassifizierungspläne der Gemeinden und des Landkreises im PDF-Format abgerufen werden.

Wichtige Hinweise:

  • Für die Begutachtung von dezentralen Abwasserbehandlungsanlagen ist immer das Abwasserkonzept der betroffenen Gemeinde zu beachten. Dabei ist die auf dem Plan befindliche Legende ausschlaggebend.
  • Aus den nachgeführten Klassifizierungsplänen können keine Ansprüche abgeleitet werden, da die Pläne nur zur Information aufgeführt sind und keinen Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Aktualität ableiten können.
  • Pläne, die nicht aufgerufen werden können, befinden sich in der Regel in Überarbeitung.

 

Kronach

Küps

Ludwigsstadt

Marktrodach

Mitwitz

Nordhalben 

Pressig

Reichenbach

Schneckenlohe

Steinbach a. W.

Steinwiesen

Stockheim

Tettau

Teuschnitz

Tschirn

Wallenfels

Weißenbrunn

Wilhelmsthal

Landkreis Kronach (west)
Staatsforst Birnbaum 

Landkreis Kronach (ost)
Langenbacher Forst

Die Gemeinde Wilhelmsthal hat Außenbereichsatzungen erlassen, in denen die Abwasserbeseitigung mittels Kleinkläranlagen zu erfolgen hat. Die Anforderungen regelt die jeweilige Satzung. 

Wilhelmsthal (Eichenleithen)                Wilhelmsthal (Brändlein)


Adressen der zugelassenen PSW und weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter folgenden Adresse: 

[Zugelassene private Sachverständige]

In diesem Beitrag werden u. a. Listen der privaten Sachverständigen, gegliedert nach Postleitzahlen oder Regierungsbezirken im PDF-Format, bereitgestellt.


Für Neuanlagen in Gebieten II und III sowie Nachrüstungen in Gebieten III gilt folgendes:

Für die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis mit Zulassungsfiktion zur Errichtung und dem Betrieb einer Kleinkläranlage sind folgende Unterlagen und Informationen notwendig:

  • Antrag
  • Gutachten eines privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft (PSW)
  • Unterlagen über die Kleinkläranlage (z. B. vollständige Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung…)
  • Leistungs- und Fachgutachten zur Überprüfung der Herstellererklärung
  • bei Versickerung in den Untergrund ein Sickertest sowie Angaben und Unterlagen zum Versickerungsverfahren
  • Beginn und Ende der Gewässerbenutzung
  • Übersichtslageplan, M = 1 : 1 000 mit allen Anlagenteilen und Rohrleitungen

Die genannten Unterlagen sind 4fach beim Landratsamt Kronach, Sachgebiet Umwelt, einzureichen.


Für Neuanlagen und Nachrüstungen in Gebieten IV gilt folgendes:

Für die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Errichtung und den Betrieb einer Kleinkläranlage sind folgende Unterlagen und Informationen notwendig:

  • Antrag
  • Planung der Anlage nach Vorgabe des  Wasserwirtschaftsamtes Kronach
  • Unterlagen über die Kleinkläranlage (z. B. vollständige Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung …)
  • Leistungs- und Fachgutachten zur Überprüfung der Herstellererklärung
  • bei Versickerung in den Untergrund ein Sickertest sowie Angaben und Unterlagen zum Versickerungsverfahren
  • Benennung eines Privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft (PSW) für die Bauabnahme
  • Übersichtslageplan, M = 1 : 1 000 mit allen Anlagenteilen und Rohrleitungen

Die genannten Unterlagen sind 5fach beim Landratsamt Kronach, Sachgebiet Umwelt, einzureichen.


Anforderungen nach Anhang 1 AbwV an die Abwasserbehandlung

Mit Rechtsstand vom 13.03.2020 der Abwasserverordnung (AbwV) werden an die Abwasserbehandlungsanlagen der Größenklasse 1 für weniger als 8 m³/d Abwassermenge, die von den harmonisierten Normen DIN EN 12566-3 (Ausgabe September 2013) oder DIN EN 12566-6 (Ausgabe Mai 2013) erfasst sind oder die einer für die Anlage ausgestellten Europäischen Technischen Bewertung entsprechen, und die über eine CE-Kennzeichnung verfügen, folgende Mindestanforderungen gestellt:

Proben nach Größenklasse

Chemischer Sauerstoffbedarf
CSB in

mg/l

Biochemischer Sauerstoffbedarf
in 5 Tagen
BSB5 in
mg/l

Qualifizierte Stichprobe, 2-Stunden-Mischprobe oder Stichprobe
Größenklasse 1 150 40

Diese Anforderungen gelten als eingehalten, wenn

  1. die Anlage nach Maßgabe der in der Leistungserklärung des Herstellers angegebenen Reinigungsleistung geeignet ist, die vorgenannten Anforderungen zu erfüllen,
  2. die Anlage gemäß der Leistungserklärung des Herstellers folgende Leistungen erfüllt:
    a) Wasserdichtheit: bestanden,
    b) Standsicherheit: Angaben nach den harmonisierten Normen DIN EN 12566-3 (Ausgabe September 2013) oder DIN EN 12566-6 (Ausgabe Mai 2013)
    oder nach der Europäischen Technischen Bewertung und 
    c) Dauerhaftigkeit: bestanden,
  3. im Prüfverfahren nach den harmonisierten Normen DIN EN 12566-3 (Ausgabe September 2013) oder DIN EN 12566-6 (Ausgabe Mai 2013) oder nach der Europäischen Technischen Bewertung während des gesamten Prüfzeitraums höchstens eine Entschlammung durchgeführt wurde, und
  4. die Anlage gemäß den Anforderungen nach den Abschnitten 9, 12 und 13 des Arbeitsblatts DWA-A 221 (Ausgabe Dezember 2019), herausgegeben von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), Hennef 2019, das bei der Deutschen Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt ist und in der Bibliothek des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit eingesehen werden kann, eingebaut, betrieben und gewartet wird.

Für Anlagen, für die eine Europäische Technische Bewertung ausgestellt worden ist, gilt diese Vorgabe nur, soweit sie nach der Beschaffenheit der Anlage erfüllbar ist.

Die Anforderung nach Nummer 1 ist erfüllt, wenn

  1. die nominale Bemessung der Anlage auf einen Tageszufluss von 150 Liter und eine Tagesfracht von 60 Gramm BSB5 je Einwohnerwert bezogen ist und
  2. die in der Leistungserklärung angegebene Reinigungsleistung
    a) für Anlagen, die von der harmonisierten Norm DIN EN 12566-3 (Ausgabe September 2013) erfasst sind oder für die eine Europäische Technische Bewertung vorliegt, bezüglich des CSB mindestens 90 % und bezüglich des BSB5 mindestens 95 % beträgt,
    b) für Anlagen, die von der harmonisierten Norm DIN EN 12566-6 (Ausgabe Mai 2013) erfasst sind oder für die eine Europäische Technische Bewertung vorliegt, bezüglich des CSB mindestens 85 % und bezüglich des BSB5 mindestens 90 % beträgt.

Werden in der Leistungserklärung Ablaufkonzentrationen angegeben, so sind diese abweichend der o.g. Vorgaben maßgeblich und müssen die Anforderungen erfüllen.

Wurden diese Ablaufkonzentrationen im Wege einer 24-Stunden-Mischprobe ermittelt, dürfen sie für den CSB einen Wert von 100 mg/l und für den BSB5 einen Wert von 25 mg/l nicht überschreiten.

Bei bestehenden Kleineinleitungen gelten die Anforderungen nach Absatz 1 auch als eingehalten, wenn

  1. für die Anlage zum Zeitpunkt des Einbaus eine gültige allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vorliegt oder für eine bestehende Anlage, die am 12. März 2020 bereits eingebaut war, zum Zeitpunkt des Einbaus eine gültige allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vorlag und
  2. die Anlage nach Maßgabe der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung eingebaut, betrieben und gewartet wird.

Bei Einleitungen aus Kleinkläranlagen, die nicht unter die vorgenannten Neuregelungen fallen, gelten die Anforderungen als eingehalten, wenn eine durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder sonst nach Landesrecht zugelassene Abwasserbehandlungsanlage nach Maßgabe der Zulassung eingebaut, betrieben und gewartet wird. In der Zulassung müssen die für eine ordnungsgemäße, an den vorgenannten Anforderungen ausgerichtete Funktionsweise und erforderliche Anforderungen an den Einbau, den Betrieb und die Wartung der Anlage festgelegt sein.

Nerger Andi Mitarbeiter
09261 678-212
09261 678-211
306
 
Landratsamt Kronach

Güterstraße 18
96317 Kronach 09261 678-0 09261 678-211 E-Mail versenden Kartenansicht

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