Ausstellung „Der Mensch ist (k)eine Ware“

bis

Veranstaltungsort: Kronach, ehemalige Synagoge
Johann-Nikolaus-Zitter-Straße 27
96317 Kronach
Eröffnung durch EBW-Geschäftsführer Joachim Wegner: Samstag, 10. November, 11 Uhr; Mit Kurzreferat von Nicole Ehrsam, Politische Sekretärin der IG Metall in Coburg über die Situation der Arbeitnehmer der Metallbranche im Landkreis Kronach
Kategorien: Ausstellungen

Das Leben der Menschen in Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren durch die aktuelle Variante des Kapitalismus, den sogenannten „Neoliberalismus“, deutlich verändert. Gemeingüter stehen unter Privatisierungsdruck: Eisenbahnen, Energie- und Wasserversorgung, Krankenhäuser oder auch Bildungseinrichtungen müssen Renditemöglichkeiten schaffen. Gesellschaft, Politik und Menschen werden der neoliberalen Wirtschaft untergeordnet. Markt und Wettbewerb bestimmen das Leben. Das Maß der Dinge ist nicht mehr der Mensch, sondern die Profitmaximierung. Alles ist käuflich: Schönheit, Gesundheit, Bildung, Wohlergehen, Freiheit, Spannung, Erlebnisse, Erholung …

Auch Menschen sind heute Waren

Sie müssen sich z. B. im Arbeitsleben bis ins Alter hinein verkaufen, indem sie ihr „Angebot“ ständig verbessern und stylen. Auch Bildungseinrichtungen dienen zunehmend dem Zweck der Selbstoptimierung für den Arbeitsmarkt. Menschliche Problemlagen wie Krankheiten, psychische Probleme, Sucht, Trauer, Verzweiflung: all das sind heute Waren, mit denen Geschäfte gemacht werden.

Soziale, medizinische, psychiatrische und pflegerische Unterstützungsleistungen sind ebenfalls Waren. Sie werden abgezählt, bewertet, berechnet. Sie müssen sich rentieren und zwar in möglichst kurzer Zeit. Man orientiert sich an dem von Wirtschaft und Politik festgelegtem Bedarf – und nicht an den Bedürfnissen der Betroffenen.

Die Ausstellung besteht aus 19 Tafeln. Sie veranschaulicht die Auswirkungen des Neoliberalismus auf die Lebens- und Erfahrungsbereiche vor allem im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich unserer Gesellschaft und will zum Nachdenken darüber anregen und schließlich Alternativen formulieren.