Vergleichsweise hohe FSME-Fallzahl im Landkreis

Meldung vom 30.07.2020

Dem Gesundheitsamt am Landratsamt Kronach wurden im Jahr 2020 bisher (Stand 30. Juli 2020) bereits fünf Fälle einer FSME gemeldet. Mindestens zwei der Erkrankten haben einen schweren Verlauf und befinden sich im Krankenhaus. Zu einem Todesfall ist es bisher glücklicherweise nicht gekommen. In den gesamten Jahren 2018 und 2019 wurden nur jeweils zwei Fälle gemeldet!  Mögliche Ursachen für den Anstieg der Erkrankungszahlen sind der milde Winter und die in ersten Halbjahr nicht so heiße Witterung - beide Faktoren führen dazu, dass mehr Zecken überleben und sich vermehren - sowie vermehrte Aktivitäten im Freien auch während der Corona-Kontaktbeschränkungen.

Was ist FSME?

Es handelt sich dabei um eine Viruserkrankung, die durch den Speichel von infizierten Zecken übertragen wird. Bei neun von zehn Erkrankten treten überhaupt keine Symptome auf, im schwersten - und zum Glück relativ seltenen - Fall kann es aber zu bleibenden Folgeschäden wie Lähmungen und Krampfanfällen kommen. Die Übertragung des Erregers ist somit mindestens zehnmal häufiger als die oben genannten Erkrankungszahlen. Von einer hohen Dunkelziffer ist also auszugehen!

Wo gibt es besonders häufig FSME?

Regionen hohen Fallzahlen sind Oberbayern und Österreichs. Aber auch aus den baltischen Staaten und der ehe­maligen Sowjetunion werden in den letzten Jahren sehr hohe Fallzahlen gemeldet. Und auch der Landkreis Kronach und alle umliegenden Landkreise zählen seit vielen Jahren zu den Risikogebieten.

Wie kann man sich schützen?

Gegen die FSME gibt es seit vielen Jahren eine gut verträgliche Impfung, die von den Kranken­kassen in Risikogebieten (also auch im Landkreis Kronach) bezahlt wird. Sie kann von jedem Hausarzt verabreicht werden und besteht aus drei Spritzen in mehr­monatigen Abständen. Damit man im Frühsommer einen Schutz hat, sollte man mit der Impfung noch im Winter beginnen. Aber auch jetzt ist die Impfung noch sinnvoll. Die komplette Grundimmunisierung verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre.

An allgemeinen Schutzmaßnahmen empfehlen sich das Tragen von Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, und die Kontrolle der Haut nach „Ausflügen ins Unterholz“. Auch Insekten abwehrende Mittel („Repellents“) haben eine gewisse Schutzwirkung.

Falls man doch von einer Zecke gestochen wird, sollte man sie sofort (am besten mit einer speziellen Zeckenpinzette) entfernen. Ein Drehen der Zecke ist dabei nicht erforderlich, auch wenn ein kleiner Teil der Saugwerkzeuge in der Haut verbleibt, hat dies keine schlimmen Folgen. Das Insekt darf auf keinen Fall mit Öl, Salz oder anderen Stoffen beträufelt werden, da die Tiere dann ein Sekret ausscheiden und die Ansteckungs­gefahr erhöht wird.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die FSME-Impfung sollten alle Personen durchführen lassen, die in Verbreitungsgebieten der FSME leben oder sich vorübergehend dort aufhalten und der Gefahr von Zeckenstichen ausgesetzt sind.

Was ist sonst noch zu beachten?

Durch die Zecken wird auch eine andere Erkrankung, die so genannte Borreliose, übertragen. Diese vollkommen andersartige Krankheit tritt überall in Süddeutschland etwa gleich häufig auf. Es gibt also keine Risikogebiete wie bei der FSME-Erkrankung. Gegen die europäische Borreliose existiert keine Impfung, die Krankheit kann aber gut mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Deshalb sollte jeder, der von einer Zecke gestochen wurde (auch wenn er gegen FSME geimpft ist), einen Arzt aufsuchen, wenn um die Stichstelle eine sich ausbreitende Rötung auftritt.

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