Naturpark-Sicherung hat höchste Priorität – Zahlreiche Themen beim Arbeitskreis für Heimatpflege

Meldung vom 21.02.2018

Der Arbeitskreis für Heimatpflege im Landkreis Kronach befasste sich bei seinem Treffen am Montagabend im Wasserschloss mit zahlreichen aktuellen kreis- und ortsheimatpflegerischen Themen, so auch mit der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion um die mögliche Bestandsgefährdung des Naturparks Frankenwald. Der für Kulturlandschaftspflege zuständige Kreisheimatpfleger Dieter Lau, der die Versammlung leitete, hatte diese Problematik auf die Tagesordnung gesetzt. Bernd Graf vom Landratsamt führte dazu aus, dass bei der für Bauvorhaben angestrebten Herausnahme einzelner Flächen aus den Schutzgebieten des Naturparks noch zahlreiche Fragen abzuklären seien. Klar sei aber, dass die Sicherung der Naturpark-Eigenschaft für den Landkreis Kronach höchste Priorität habe. Das habe Landrat Klaus Löffler nach einer internen Besprechung mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags klar zum Ausdruck gebracht. Gegen diesen Standpunkt gab es bei der anschließenden Aussprache der Heimatkundler keinerlei Gegenrede. Ganz im Gegenteil: Dieter Lau fasste das Meinungsbild dahingehend zusammen, dass man angesichts der vielfältigen Bedeutung des Naturparks für das Natur- und Kulturerbe und für die Zukunftssicherung unserer Heimatregion dessen Bestand keinesfalls in Frage stellen dürfe.

Diskutiert wurde über das von Bernd Graf vorgestellte Projekt „Erschließung der Markgrafenkirchen“, das auch der Landkreis finanziell unterstützt. Betont wurde dabei, dass man nach der Anfangs-Euphorie „nachhaltig dran bleiben“ müsse, damit das Projekt längerfristig von Nutzen sei. Bernd Graf veranschaulichte die thematische Vielfalt des gerade entstehenden, neuen heimatkundlichen Jahrbuchs. Im Zusammenhang mit dem Buchbeitrag über Mai-, Kirchweih- und sonstige Dorfgemeinschaftsbäume sprach er eine derzeit laufende Aktion der Kreisheimatpflege an. Dabei geht es um die gestalterische Ausrichtung derartiger Dorfbäume auf die Kulturregion Franken. Vereine, die mit ihrer Baumgestaltung bewusst auf ihre fränkische Identität verweisen wollen, können sich telefonisch unter 09261 678310 melden, um ins Jahrbuch aufgenommen zu werden. Wie Graf weiter ausführte, habe er sich für das nächste Jahrbuch auch an das Thema Halloween und dessen Zusammenhänge mit anderen Festen, Bräuchen und Traditionen heran gewagt. Wer möchte, könne die Kreisheimatpflege auch auf seine Aktivitäten anlässlich von Halloween aufmerksam machen, damit diese mit erfasst werden können.

Dieter Lau gratulierte seinem Kreisheimatpfleger-Kollegen Dr. Robert Wachter zu dessen gewichtigem Werk über die Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Dr. Josef Schneider (1955-1976), in das er sein Wissen und seine Schaffenskraft hineingelegt habe. Erschienen ist das Werk in den Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte als Band 5 (Teilbände 1 und 2). Thematisiert wurden die staatlichen Förderprogramme, die den Umgang mit alter Bausubstanz und die Verbesserung der Siedlungsstruktur betreffen. An Beispielen in Rothenkirchen, Lauenstein und Wallenfels erörterte man das Spannungsfeld zwischen Gebäuderückbau und Funktionswandel. Kreisheimatpfleger Hans Blinzler zeigte am Beispiel seiner Heimatgemeinde Nordhalben auf, wie sinnvoll gerade die Nordostbayern-Initiative mit bis zu 90 Prozent Zuschuss genutzt werden könne. In jedem Einzelfall müsse ein Konzept für eine Förderung vorgelegt werden.

Blinzler freute sich über seine Einbeziehung als Kreisheimatpfleger beim Steinwiesener Projekt eines Kapellenweges im Bereich der Kerngemeinde. So habe er sich einbringen können und die hochinteressante und aussagestarke Friedensmarter von Heinrich Schreiber mit in das Projekt aufnehmen lassen. Dieses „Denkmal für den Frieden“ habe Alleinstellungsmerkmal, weil es sich nicht auf die beiden Weltkriege, sondern auf den Dreißigjährigen Krieg beziehe; sogar die Namen von einheimischen Opfern seien auf der Denkmalsäule vermerkt. Wie Blinzler weiter informierte, habe das Kreiskulturreferat eine Praktikantin damit beauftragt, die Daten der im Landkreis aktiven Laienspielgruppen zu erfassen. Es könnten dann gelegentliche Treffen zum Informationsaustausch stattfinden.

Beim Thema „Geopark Schieferland“ brachte das Arbeitskreistreffen Licht in das Dunkel so mancher Unklarheiten, wobei besonders Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig und Martin Weber für Aufklärung sorgten. Demnach sei der Geopark Schieferland 2009 als grenzüberschreitendes Projekt von den drei Naturparken Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale gegründet worden. In nächster Zeit solle die Zertifizierung als nationaler Geopark erfolgen. Aufgrund der unterschiedlichen Fördermodalitäten in Thüringen und in Bayern sei es notwendig geworden, auf bayerischer Seite 2017 den Verein „Geopark Schieferland in Franken e. V.“ zu gründen. Als herausragende Objekte unter dem Geopark-Dach im Landkreis Kronach nannte Martin Weber neben dem Schiefermuseum Ludwigsstadt den ehemaligen Oertelschen Dachschieferbruch in Ludwigsstadt und die Stockheimer Steinkohle auf dem Gelände der ehemaligen Grube St. Katharina, die beide zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern zählen, den Grauwacke-Steinbruch am Nordhalbener Schlossberg als herausragendes Geotop sowie die verschiedenen Geopfade bis hin zur Thüringisch-Fränkischen Schieferstraße. Bezüglich des Geotops am Schlossberg Nordhalben kam Hans Blinzler geradezu ins Schwärmen darüber, wie man dort einen direkten Einblick in Millionen Jahre der Erdgeschichte bekomme.   bg

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