Mit der Diagnose „HIV-positiv“ leben

Meldung vom 05.11.2019

Die Ausstellung „Der lange Weg – Stationen einer HIV-Infektion“ gastiert auf Initiative des Landratsamtes Kronach vom 12. bis 21. November 2019 im Foyer der Helios Frankenwaldklinik und gewährt Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Betroffenen.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts lebten im Jahr 2017 in Bayern rund 11.700 Menschen mit dem HI-Virus (deutschlandweit ca. 86.100 Personen). Betroffen sind mehrheitlich Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten (6.800 Personen), aber auch heterosexuelle Männer und Frauen (1.500 Personen) und intravenös spritzende Drogengebrauchende (860 Personen). Den Schätzungen zufolge haben sich in 2017 in Bayern rund 340 Menschen neu mit HIV infiziert.

Die diesjährige Schwerpunktkampagne des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege widmet sich den sexuell übertragbaren Krankheiten, zu denen auch HIV/AIDS zählt. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte hierzu: „AIDS ist zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar. Es ist deshalb wichtig, sich konsequent vor einer Infektion mit dem HI-Virus zu schützen. In der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen ist die Infektionsrate besonders hoch.“ Außerdem fügte sie hinzu: „Viele Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wissen nicht, dass sie ansteckend sind. Denn zwischen einer Infektion und einer Diagnose beim Arzt vergehen häufig Jahre.“

Vor diesem Hintergrund und angesichts des nahenden Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember holt die Präventionsstelle des Landratsamtes Kronach in Kooperation mit der Gesundheitsregionplus  die Ausstellung „Der lange Weg – Stationen einer HIV-Infektion“ in den Landkreis Kronach. Diese beschreibt mit elf überlebensgroßen Figuren die unterschiedlichen Phasen der Infektion und gibt Einblick in die Sorgen und Nöte Betroffener. Dabei wird anhand von Zitaten anschaulich verdeutlicht, dass der Umgang mit der Diagnose „HIV-positiv“ eine ständige Auseinandersetzung bedeutet, aber auch, dass Hoffnung besteht.

Ziel der Ausstellung ist die Sensibilisierung für die Thematik, für die Bedeutung des Schutzes vor einer Infektion und für die Situation Betroffener. Es soll für einen solidarischen, vorurteilsfreien Umgang mit Infizierten geworben werden. Gerade im ländlichen Raum geben sich Betroffene aus Angst vor Diskriminierung nur selten zu erkennen, was HIV und AIDS für die dortige Bevölkerung beinahe unsichtbar macht.

Die Ausstellung wird vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie kann vom 12. bis 21. November 2019 täglich im Foyer der Helios Frankenwaldklinik Kronach kostenfrei besichtigt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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