„Masterplan für den Privatwald im Frankenwald“

Meldung vom 24.07.2019

Kronacher und Kulmbacher Landrat schreiben an den Ministerpräsident:

Angesichts der extremen Trockenheit und der gewaltigen Forstschäden haben die Landräte von Kronach und Kulmbach, Klaus Löffler und Klaus Peter Söllner, in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder einen „Masterplan für den Privatwald im Frankenwald“ vorgeschlagen. Das gemeinsame Vorgehen der beiden Landräte trägt dem Umstand Rechnung, dass die Waldflächen an der beide Nachbarlandkreise verbindenden „Fränkischen Linie“ besonders stark betroffen sind.

Die Landräte Löffler und Söllner verweisen auf die bereits jetzt enormen wirtschaftlichen Einbußen der Waldbesitzer. Da der Wald wichtige Aufgaben zu erfüllen habe, sei der Staat gefordert, die Rahmenbedingungen grundlegend zu verbessern. Eine vorausschauende und nachhaltige Politik, die die Daseinsvorsorge auch künftiger Generationen im Blick habe, sei jetzt erforderlich. Der vorgeschlagene Masterplan umfasst acht Punkte, „um den notwendigen Waldumbau in unserer Region zu forcieren“. Es handle sich um passgenaue Lösungen, „die sich primär an den Gegebenheiten vor Ort orientieren und überschaubare Finanzmittel erfordern“.

Die Forderung des Kronacher und des Kulmbacher Landrats nach einem Wiederaufforstungsprogramm (Punkt eins im Masterplan) beinhaltet auch die Aufstockung der Fördersätze für Pflanzungen im Frankenwald auf 80 Prozent. Am Amt für Ländliche Entwicklung – so beide Landräte im zweiten Punkt – sollten dauerhaft zwei neue Planstellen geschaffen werden, die ausschließlich Waldflurbereinigungsverfahren und freiwillige Landtauschverfahren anstoßen und umsetzen. Der Ausbau der forstlichen Infrastruktur und die Stärkung der Waldbesitzervereinigungen sind zwei weitere, mit Lösungsansätzen untermauerte Punkte des vorgeschlagenen Masterplans.

Zum Ausbau der staatlichen Beratung sollten am Amt für Landwirtschaft und Forsten dauerhaft zwei neue Planstellen eingerichtet werden, heißt es im fünften Punkt. Punkt sechs regt eine „Holzbauoffensive“ für Bayern an und empfiehlt den Frankenwald dabei als „Modellregion“. Im siebten und achten Punkt werden die konsequente Fortsetzung der „waldfreundlichen Jagdpolitik“ und die Aufstockung der Mittel und Stellen für forstliche Forschung in Bayern gefordert. „Insbesondere Versuche zu neuen Baumarten sind im Frankenwald anzulegen“, heißt es.

In ihrem Fazit stellen Klaus Löffler und Klaus Peter Söllner ausdrücklich fest: „Die Lage im Frankenwald ist nicht vergleichbar mit der Situation in anderen Landesteilen, da bei uns fast ausschließlich Fichtenwälder vorhanden sind.“ Die aktuellen Schadensprognosen gingen ständig nach oben – spätestens für Ende August / Anfang September würden Forstexperten katastrophale Zustände erwarten. „Bereits heute wird der Begriff Waldsterben 2.0 in unserer Region gebraucht“, schreiben der Kronacher und der Kulmbacher Landrat. „Es wäre hilfreich, wenn die Staatsregierung auf diese Situation angemessen reagieren würde und den skizzierten Masterplan Frankenwald auf den Weg bringen würde.“

Unter Einsatz der beiden Landkreisslogans grüßen Söllner und Löffler den Ministerpräsident abschließend freundlich „aus dem Herzen Oberfrankens und von Oberfrankens Spitze“. Der Brief ging in Abdruck auch an die zuständigen Fachministerien mit der Bitte um nachhaltige Unterstützung. Die örtlichen Wahlkreisabgeordneten haben ihre Unterstützung für die Initiative bereits zugesagt.

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