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Tag des offenen Denkmals 2011

Heimische Kulturgüter am Tag des offenen Denkmals erlebbar gemacht
Schmölz, Friedersdorf und Ludwigsstadt standen auf dem Landkreisprogramm

Kronach  -  Der Schwerpunkt des Landkreisprogramms am Tag des offenen Denkmals war diesmal in Schmölz. Dort gab es nicht nur Führungen durch das schmucke Schloss, sondern im Rahmen einer "DreifaltigkeitsWALKfahrt" auch weitere Stationen und Aktionen.

"Emporenlesung" in Schmölz: Helga Biesenecker liest in Mundart über Johannes den Täufer. Vierter v. l. Bürgermeister Herbert Schneider, Vierter v. r. Programmleiter Bernd Graf. Foto: Werner Münzel  
  
    

Den Nordic Walkern und Wanderern, die von Gehülz aus auf Waldwegen nach Schmölz gelangt waren, schlossen sich vor Ort weitere Teilnehmer an. In der St.-Laurentius-Kirche standen die Emporenmalereien im Mittelpunkt des Interesses. Früher hätten diese Bilder, die die Heilsgeschichte vor Augen führen, als Erinnerungshilfen und Gedächtnisstützen eine wichtige Funktion erfüllt, erklärte Bernd Graf. Zum Bild von der Taufe Jesu las Helga Biesenecker den zugehörigen Bibelabschnitt über das Wirken Johannes des Täufers in lokalem Fränkisch vor. Wie Bernd Graf in diesem Zusammenhang aufzeigte, enthält das Neue Testament mehrere Hinweise auf die erst später verbindlich formulierte Trinitätslehre (Gott als Wesenseinheit aus Vater, Sohn und Geist).

Walter Näher stellte den historischen Pfarr- und Kräuterlehrgarten vor. Die auch als "Apotheke Gottes" bezeichnete Anlage gilt als gartendenkmalpflegerisches Kleinod. Durch das zweiflügelige Schloss führte Gabriele von Mansbach. Sie verdeutlichte auch die Probleme, die die Erhaltung eines derartigen Baudenkmals in der heutigen Zeit mit sich bringt. Rainer Domke informierte über den Dichter Oskar von Redwitz anlässlich dessen 120. Todestags in diesem Jahr. Der bedeutende Dichter hatte das Schmölzer Schloss 1861 an die Grafen und Freiherren von und zu Egloffstein verkauft.

Zwei weitere Veranstaltungen auf dem Landkreisprogramm zum Denkmaltag gab es in Ludwigsstadt und in Friedersdorf. Durch den idyllisch gelegenen Pressiger Gemeindeteil und seine Geschichte führte Georg Heinlein, der dabei sein fundiertes Wissen an Zeitgenossen und Nachwelt weitergab. Er erläuterte die Ortsanlage Friedersdorfs und stellte historische Wohnstallbauten, die Kapelle, Wegkreuze und Martern vor.

"Wo der Zug an der Kirchturmspitze vorbei fährt" - unter diesem Motto bot Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig eine Spezialführung, die Ludwigsstadts markantem Eisenbahnviadukt und seiner Geschichte gewidmet war. Das technische Baudenkmal hat Wahrzeichenfunktion für die Stadt.

Den nächsten Denkmaltag gibt es am Sonntag, 9. September 2012, mit dem bundesweiten Rahmenthema Holz.