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Landrat Marr bittet Ministerpräsident Stoiber um verlässliche Aussagen
KRONACH. Verlässliche Aussagen der Bayerischen Staatsregierung hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungsperspektiven des Landkreises Kronach hat Landrat Oswald Marr in einem Brief an Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber gefordert.
Der Landrat bezieht sich auf Veröffentlichungen, wonach die Staatsregierung ihre Anstrengungen für das Grenzland weiter verstärken will, und fragt konkret, welche Verbesserungen sich dabei für die Situation im Landkreis Kronach ergeben. Seit dem Wegfall der Gemeinschaftsaufgabenförderung im Jahre 2000 seien von der regionalen Strukturpolitik des Freistaats keine spürbaren Impulse mehr für den Landkreis als Wirtschaftsstandort ausgegangen, so Marr. Dabei zähle der Landkreis innerhalb Oberfrankens zu den am wenigsten begünstigten Räumen und weise zusammen mit dem Raum Wunsiedel die höchsten Abwanderungsquoten auf. Der anhaltende Strukturwandel im hier dominierenden verarbeitenden Gewerbe und die nicht nachlassenden Betriebsverlagerungen ins benachbarte Thüringen zehren laut Marr an der wirtschaftlichen Substanz.
"Vor dem Hintergrund einer weiteren absehbar negativen Entwicklung hier vor Ort müsste dem Landkreis Kronach eindeutige Priorität im Zuge bayerischer Strukturpolitik zugemessen werden", stellt der Landrat in dem Brief fest. Stattdessen aber sei auch bei den jüngsten Verlautbarungen über die Grenzregionenförderung bislang nur von einem Förderkorridor von Passau bis Hof die Rede. "Hat sich die Bayerische Staatsregierung mit dem nach wie vor bestehenden Fördergefälle an der Nahtstelle zu den Neuen Ländern etwa inzwischen bereits abgefunden und soll der Landkreis Kronach mit Blick auf das drohende Fördergefälle zu Tschechien nun auch noch das zusätzliche Nachsehen haben, weil er diesmal eben nur in der zweiten Reihe der angrenzenden Kommunen liegt?", fragt der Kronacher Landrat.
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