Bild Zeitdokumente
Aktuelles
 
Druckansicht Kontakt Anfahrt Impressum/Datenschutz Wappen Landkreis Kronach
Landkreis Kronach
Bürgerservice
Landratsamt
Landkreis
Gemeinden
Wirtschaft
Verkehr
Natur, Kultur
Tourismus
Gesundheit
Soziales
Bildung
Gesellschaft
Ausschreibungen
Veranstaltungen
Zeitdokumente

 
Weihnachts- und Neujahrsgruß 2005/06 von Landrat Oswald Marr

Gesucht: Lösungen für kommunale Probleme und Antworten auf Sinnfragen
Optimismus für das Jahr des 75-jährigen Bestehens des Landkreises Kronach


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wieder stehen ein Weihnachtsfest und eine Jahreswende unmittelbar bevor. Traditionsgemäß gilt es, sich Zeit zu nehmen für Rückschau, Besinnlichkeit und Ausblick.

„Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Möglichst viel von dem großen Optimismus, der aus diesen Worten des Franz von Assisi spricht, braucht man auch in der Kommunalpolitik. Denn was unsere Kommunen heutzutage zu leisten haben, grenzt schon nah an das Unmögliche. Es wird immer verzwickter, den Spagat zwischen wachsenden Auf- und Ausgaben einerseits und fehlenden Haushaltsmitteln andererseits einigermaßen hinzubekommen. Fragen von großer Tragweite für die Zukunft unserer Heimatregion ergeben sich auch aus der Bevölkerungsentwicklung. Wenn das Drohgespenst der „ausblutenden Landstriche“ auftaucht, dem wir aus eigener Kraft nur wenig entgegensetzen können, dann fällt es nicht leicht, zur Festtagsfreude überzuleiten.

Andererseits fällt die Bilanz darüber, was wir an Notwendigem und Möglichem erreicht haben, für das zu Ende gehende Jahr recht gut aus. Ich denke an die Fusion der Sparkasse Kronach-Ludwigsstadt mit der Sparkasse Kulmbach und an die Privatisierung der Frankenwaldklinik durch die Rhön-Klinikum AG – beides wichtige Maßnahmen, die zur Stärkung und Zukunftssicherung unseres Landkreises beitragen. Ich denke daran, dass die Umstrukturierungen, die mit Hartz IV einhergingen, im neuen Jobcenter mit viel Umsicht bewältigt werden konnten. Nicht zuletzt denke ich auch daran, dass zwischen Nachbargemeinden richtungsweisende Arbeitsgemeinschaften gebildet wurden, die gute Perspektiven für die gemeinsame Bewältigung anstehender Herausforderungen eröffnen. Erfreulich ist auch, dass wir trotz knapper Eigenmittel Maßnahmen unter dem Dach des Naturparks Frankenwald dank Leader-plus-Förderung angehen konnten.

Heute ist es ja häufig so, dass die öffentliche Meinung von schlechten Nachrichten beherrscht wird und dabei manches Mal die hoffnungsfrohen Zeichen übersieht. Gerade im Hinblick auf die Jahreswende liegt mir viel daran, deutlich darauf hinzuweisen, welches Potenzial unser Landkreis hat und wie viele Menschen hier initiativ, kreativ, dynamisch und innovativ sind. Hervorheben möchte ich dabei die vielen freiwillig und ehrenamtlich Engagierten, die in Vereinen, Parteien, Kirchen, sozialen Einrichtungen und anderen Institutionen zum Wohl des Gemeinwesens und ihrer Mitmenschen wirken. Sie tragen entscheidend zur Lebensqualität vor Ort bei und vermitteln die Hoffnung, dass wir mit vereinten Kräften auch an das Unmögliche herankommen. Erwähnen möchte ich auch die Unternehmer und Manager, die – manchem Trend zum Trotz – sich zum Standort mit seinen fähigen und fleißigen Arbeitnehmern bekennen.

Wenn ich im Rückblick auf die vergangenen Monate nach „hoffnungsfrohen Zeichen“ suche, fällt mir auch eine erst kürzlich publizierte Meldung ein, wonach Gesellschaftsforscher ein Comeback von abhanden geglaubten Werten registrieren. Die Jugend in unserem Land sei wieder verstärkt auf der Suche nach der Sinnantwort, hieß es da. Familie, Freundschaft, Geborgenheit, soziale Verantwortung und Glaubwürdigkeit seien wieder zunehmend gefragt. Trotz berechtigter Fragezeichen sollten wir hierin positive Ansätze sehen. Wie ich aus Gesprächen mit Pädagogen weiß, wurden ähnlich positive Erfahrungen gerade auch in der Vorweihnachtszeit an den Schulen unseres Landkreises gemacht. Wenn sich Schülerinnen und Schüler mit viel Interesse und Engagement nicht nur um die Entwicklung ihrer eigenen Schule kümmern, sondern auch Probleme der Gesellschaft und der Mitmenschen thematisieren, dann ist das doch mehr als erfreulich. Wir müssen den Kindern und Jugendlichen Freiräume und Betätigungsfelder, aber auch vertrauensvolle Begleitung bieten, damit sie in ihrer Sinnsuche voranschreiten, demokratische Spielregeln einüben und ihr Lebensumfeld mitgestalten können.

Was die ehrliche Suche nach positiven Antworten auf existenzielle Sinnfragen angeht, haben viele Einwohner unseres Landkreises gerade in der christlichen (Weihnachts-)Botschaft ein tragfähiges Fundament gefunden. Doch auch für anders geprägte Mitmenschen haben die humanen Werte, die mit Weihnachten in Verbindung stehen, einen hohen Stellenwert. Deshalb wünsche ich uns allen, dass wir – als Gemeinschaft und als Einzelne – aus den bevorstehenden Tagen Kraft schöpfen können für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben. In und durch das Jahr 2006, in dem unser Landkreis Kronach sein 75-jähriges Jubiläum begehen wird, möge uns jener Optimismus geleiten, den Dietrich Bonhoeffer (100. Geburtstag am 4. Februar 2006) so beschrieben hat:

Optimismus ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren, eine Kraft, den Kopf hoch zu halten, wenn alles fehlzuschlagen scheint, eine Kraft, Rückschläge zu ertragen. Optimismus ist Willen zur Zukunft.

Gesegnete Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr
wünscht Ihnen Ihr

Oswald Marr
Landrat des Landkreises Kronach


Weihnachtliche Motive aus dem Landkreis Kronach


Stern und Engel in Spitzenkunst aus der Klöppelschule Nordhalben

An der Gehülzer Heimatkrippe "Heilige Nacht auf der Heunischenburg" in der evangelischen Kirche "St. Michael"

Porzellan für das Fest der Feste: "Christmas Fun" von Königlich Tettau