Ausgaben für Bildungseinrichtungen als Investitionen in Jugend und Zukunft
Vom beglückenden Gefühl, „für andere Menschen etwas sein zu können“
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
zum Weihnachtsfest und zur bevorstehenden Jahreswende entbiete ich Ihnen einen herzlichen Gruß.
 Ich kann es mir und Ihnen leider nicht ersparen, mit einem höchst unerfreulichen Thema zu beginnen. Wir stehen unter dem Eindruck einer tiefen, weltumspannenden Banken- und Finanzkrise, die sich in die Realwirtschaft hineinfrisst. Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen das auf unsere nahe, geschweige denn auf die fernere Zukunft hat. Wir wissen aber ganz sicher, dass langfristige, nachhaltige Konsequenzen daraus gezogen werden müssen. Es stehe uns gut an, daraus mehr Bescheidenheit und Lernfähigkeit abzuleiten, sagte der Bundespräsident. Das gilt besonders für diejenigen, die uns diese gewaltige Krise eingebrockt haben, füge ich hinzu. Gerade sie müssen sich wieder auf die Kultur des gesellschaftlichen Zusammenhalts, des Gemeinwohls und des Anstandes besinnen.
Vor allem diese Werte waren es aus meiner Sicht, die unser Zusammenleben und Zusammenwirken in unserem Heimatlandkreis Kronach auch im zu Ende gehenden Jahr positiv gestaltet und geprägt haben. Ich denke dabei dankbar zurück an die engagierte Arbeit und das gute Miteinander der verschiedenen Vereinigungen und Institutionen, die ihre Aufgaben zum Wohle unserer Region und der hier lebenden Menschen erfüllt haben. Ich denke an das freiwillige, ehrenamtliche und uneigennützige Engagement unzähliger Menschen in unserem Landkreis, dessen Großartigkeit wir nicht durch eine fragwürdige Umfrageaktion in ein schlechtes Licht rücken lassen. Nicht zuletzt denke ich auch an das über Parteigrenzen hinweg gute Klima in unserem Kreistag, das mir sehr am Herzen liegt, weil wir als kommunalpolitisch Verantwortliche auf dieser Basis am Besten unserem Wählerauftrag gerecht werden können.
Beim Stichwort Kommunalpolitik möchte ich stellvertretend den Bildungssektor herausgreifen, der wiederum einen Schwerpunkt unserer Anstrengungen und Leistungen ausmachte und auch in absehbarer Zukunft ausmachen wird. Für die Realschule I, in deren Erweiterung wir rund 8 Millionen Euro investiert haben, steht die Einweihung bevor. Die G-8-bedingte Erweiterung des Frankenwald-Gymnasiums ist so gut wie fertig gestellt. Geplant sind für rund 25 Millionen Euro die Generalsanierung des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums sowie die Sanierung des Schulzentrums und der Mensa. In dieser kurzen Auflistung spiegelt sich die gemeinsame Überzeugung der kommunalpolitisch Verantwortlichen im Landkreis Kronach wider, dass Ausgaben für Bildungseinrichtungen als Investitionen in unsere Jugend und damit in unsere Zukunft einen überaus hohen Stellenwert haben.
Angesichts von Kriegs- und Hungersnöten in verschiedenen Teilen der Welt sollten wir es nicht gering schätzen, dass der Alltag bei uns im Allgemeinen von Sicherheit und Wohlstand geprägt ist, wobei wir aber auch diejenigen unter uns nicht vergessen dürfen, die Entbehrungen oder Schicksalsschläge verkraften müssen. Wohl jedem und jeder von uns widerfährt tagtäglich so manches Positive, das als kleines Glück verstanden werden will oder uns zufriedener machen kann. „Zufriedenheit ist eine Form der Klugheit“, wird die französische Schriftstellerin Sidonie-Gabrielle Colette zitiert. Klug ist es auch, das zu beherzigen, was Dietrich Bonhoeffer, der Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, gesagt hat: „Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.“
Für andere Menschen etwas sein können, ist ein sehr weihnachtlicher Gedanke. Der, dessen Geburt wir nach dem christlichen Verständnis dieses Festes feiern, wollte und will für die Menschen Heilbringer und Retter sein. Für mich gehört zu den bevorstehenden Tagen die Besinnung darauf, was dem Leben Sinn und Halt gibt. Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass diese Zeit auch Ihnen frohe und erfüllte Stunden beschert. Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen Gesundheit und Kraft sowie Gottes Geleit und Segen.
Ihr
Oswald Marr
Landrat des Landkreises Kronach
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